Abschlussarbeit

Anschreiben

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Wiedereinstieg

I am back – als erstes möchte ich ein paar Worte loswerden zu meinem Wiedereinstieg. Ich habe den Sprecher- und Studiosprecher-Kurs nacheinander 2015 und 2016 absolviert mit meiner altbekannten sehr liebgewonnenen Truppe. Als es dann um die Anmeldung zum Synchronsprecher ging hat sich leider die Krankheit meines Vaters drastisch verschlechtert, so dass klar war, er wird nicht mehr lange leben. Zur selben Zeit habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Das war einer der schönsten Momente in meinem Leben und gleichzeitig auch die traurigste Zeit für mich. In diesem Gefühls-Wirrwarr war mir schnell klar, dass ich für die weitere Ausbildung zum Synchronsprecher, neben all dem Wahnsinn und meiner regulären Arbeit, einfach keinen Kopf hatte und es zu viel war. Also gab ich schweren Herzens Bescheid, dass ich erst mal aussetze und den Synchronsprecher später machen werde.

Und dann ziemlich genau 2 Jahre später war es endlich soweit, nachdem die erste traurige Zeit nach dem Tod meines Vaters überstanden war und die Schwangerschaft schon lange in einem kleinen Tom geendet war 🙂 ging es wieder los. Ich habe mich riesig gefreut, hatte aber auch gleichzeitig ein bisschen Bammel – neue Gruppe, wieder von vorne anfangen, Belastung zusätzlich zum Job und Kind…Und ja was soll ich sagen, es hat sich alles bewahrheitet – es macht riesigen Spaß und ja es ist trotzdem eine recht große Zusatzbelastung. Was zum größten Teil daran liegt, dass ich mit dem Synchronsprecher gestartet habe zeitgleich mit meinem Wiedereinstieg bei der Arbeit nach der Elternzeit. Das war vielleicht bisschen viel auf einmal und musste sich erst mal wieder alles einspielen. Und zur Gruppe kann ich sagen, ja es ist eine neue super nette Gruppe und ich fühle mich wohl und gut aufgenommen. Doch ist sie einfach nicht vergleichbar mit der alten Truppe – das erste Jahr und die ersten Erfahrungen, Prüfungen, Frustrationen, Projektarbeiten etc. – all das hat uns doch eng zusammengeschweißt. Die zwei Jahre Pause, in denen ich zugegebenermaßen nicht viel rund ums Sprechen gemacht habe, haben sich enorm ausgewirkt. Ich habe noch immer mit vielen Problemchen zu kämpfen, was vielleicht anders wäre, wenn ich drangeblieben wäre und alles am Stück durchgezogen hätte. Und ja ich habe auch ein bisschen unterschätzt, wie sehr mir der lange Dienstag die ganze Woche in den Knochen sitzt, vor allem wenn das Kind genau dann wach wird, wenn ich Dienstags um Mitternacht endlich zu Hause bin 🙂

Egal wie, ich habe es alles gemeistert und bin stolz auf mich, wenn auch nicht immer glücklich über alle Ergebnisse und durchaus auch frustriert über immer noch vorhandene Probleme bei der Aussprache und fehlender Stimmbildung. Für mich war auf jeden Fall wichtig die Ausbildung abzuschließen und die Erfahrung möchte ich auch nicht missen wollen.

Fazit und Ausblick

Zuerst möchte ich sagen, ich bin zufrieden mit meiner Projektarbeit und glücklich, dass nun alles fertig ist. Vor allem bin ich auch total glücklich über die Entscheidung für eine Homepage. Es war zwar doch nochmal viel Arbeit aber es hat sich gelohnt. Dabei gab es noch die Überlegung unter welchem Namen ich die Homepage jetzt aufsetze, da wir im September heiraten und ich meinen Namen ändern werde. Lange Rede…die Homepage läuft nun schon unter Uta Riegger und wird eben dann erst ab September so wirklich richtig genutzt. Auf jeden Fall war es eine tolle Motivation die Homepage zur Abschlussprüfung zu machen, obwohl ich am Anfang noch dachte „oh je, das auch noch, schaffst Du ja im Leben nicht“ – und manchmal klappt es eben doch.

Der letzte Kurs war für mich eine große Herausforderung, weil ich es nach der langen Pause und mit Arbeit und Kind viel schwerer empfunden habe wieder reinzukommen und durchzustarten. Dann gab es diverse Ausfälle mit krankem Kind, vieler Arbeit von der ich nicht los kam oder tatsächlich hatte es auch mich mal mit Magen-Darm hingestreckt.

Klar haben mich auch viele meiner noch immer vorhandenen Probleme frustriert aber am schwierigsten war es tatsächlich dem ganzen gerecht zu werden und die Zeit zum Üben und für die Vorbereitungen aufzubringen. Egal wie hat es trotzdem immer großen Spaß gemacht, auch mit der neuen Gruppe war es super – es war nur einfach anders im Vergleich zu den beiden Kursen von vor 2 Jahren.

Wie auch schon in der letzten Hälfte des zweiten Kurses, hatten wir auch im dritten Kurs immer ein zweites Tonstudio zur Verfügung zum Üben, selbst aufnehmen und uns gegenseitig coachen – richtig klasse. Natürlich ist es nicht das gleiche, wenn wir selbst Regie führen aber es hat uns als Gruppe auch zusammengeschweißt und wir haben uns prima unterstützt und geholfen. Und zwangsläufig mussten wir uns mit der Technik auseinander setzen, was auch für die Wochenenden im Tonstudio ungemein geholfen hat. Zusätzlich hatten wir durch das zweite Tonstudio die Möglichkeit unsere eigenen Tracks einzusprechen zum Üben aber auch für die Abschlussarbeit. Schade ist dabei, dass man es an Qualität und vor allem Lautstärke merkt, da das zweite Tonstudio rein von der Technik nicht so perfekt ausgerüstet wahr bzw. es vielmehr oft technische Probleme gab.

Synchronsprechen an sich fand ich eine noch größere Herausforderung als ich es bereits geahnt hatte 🙂 Lippensynchron mit dem richtigen Timing und der passenden Emotion und das meistens noch mit der Schwierigkeit die deutsche Übersetzung passend zum Original zu sprechen ist eine echte Herausforderung. Man sagt nicht umsonst „Königsdisziplin“. Neben all dem habe ich wieder festgestellt, dass das Schauspielerische mir schwer fällt, es ist noch immer schwer für mich meinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Daher ahne ich schon, dass Synchronsprechen nicht meine Richtung wird. Aber dazu gleich mehr…

Noch ein paar Worte zu den beiden ersten Kursen.

Klar der erste Kurs war einfach aufregend, alles neu – deutsche Pop und die Gruppe und Manuel und dann noch diese vielen –ig´s 🙂 Es war herrlich erst mal zu lernen, was wir alles falsch machen in unserem alltäglichen Sprachgebrauch. Die Gruppe hat von Anfang an super harmoniert und es hat einfach super viel Spaß gemacht.

Der zweite Kurs ist mein heimlicher Favorit, hier ging es viel um das Sprechen in den verschiedenen Genres und zwar regelmäßig im Tonstudio – wow das war echt cool. Am besten haben mir Hörbücher und Hörspiele gefallen, vor allem auch für Kinder Hörbücher zu sprechen fand ich richtig toll.

Natürlich war nicht immer alles easy, es gab alles – von persönlichen Glücksmomenten sowie Herausforderungen bis hin zu Frustabenden. Und das aufgrund der individuellen Probleme mit der Aussprache oder Emotion oder dem Stimmdruck aber auch weil nicht immer alle dran kommen konnten und es durchaus passiert ist, dass mal nicht mehr als 3 Sätze eingesprochen hatte.

Das möchte ich allerdings gar nicht als große Kritik anklingen lassen, denn es war immer fair und wurde darauf geachtet, dass man beim nächsten Mal mehr Sprechanteil hatte.

Dennoch ist die Gruppengröße dabei entscheidend, je kleiner der Kreis umso mehr kommt natürlich jeder dran.

Abschließend steht für mich als Fazit fest, dass ich weiter dran bleiben will und muss. Ich werde an meinen Schwächen und Problemchen weiter arbeiten, denn das ist nochmal ganz deutlich geworden – regelmäßiges Üben ist das Allerwichtigste. Das heißt für mich speziell, ich arbeite weiter an meinem Stimmdruck und der Artikulation und auch an den Emotionen. Wie es genau weiter geht, steht noch nicht wirklich fest, eventuell habe ich die Möglichkeit bei meinem Arbeitgeber ein paar kleine Dinge einzusprechen. Es gibt Image-Filme oder auch Videos, die gesprochen oder sogar mit Übersetzung synchronisiert werden und die Idee, dass das eine Mitarbeiterin macht, ist auf großen Anklang gestoßen. Das wäre für mich eine super Chance dran zu bleiben und mich weiterhin ausprobieren zu können. Mal schauen, ob und was sich daraus ergibt und entwickelt. Es bleibt spannend…

Auch noch ein paar Worte zur Deutschen Pop – natürlich war nicht immer alles easy, es gab viele organisatorische Dinge, die nicht so gut liefen in den ersten beiden Kursen, was sich jetzt zum letzten Kurs hin wirklich gewandelt und eingespielt hat. Das hat nun wirklich reibungslos funktioniert, also die Organisation war prima. An der ein oder anderen Stelle habe ich die Lehrinhalte bisschen hinterfragt, so ist es aus meiner Sicht weniger wichtig, dass im dritten Kurs noch immer jeder ein Referat halten muss…aber ok, geschadet hat es natürlich keinem. Und ob es wirklich 6 Tracks insgesamt – 4 Tracks aus dem Unterricht und 2 selbstgestaltete – sein müssen, ist auch die Frage – aber wie gesagt alles in allem war ich rund um zufrieden.

Ganz zum Schluss noch ein großes großes Dankeschön an Nina und Manuel, die mich und uns alle als Lehrer durch die Zeit begleitet haben und uns alles beigebracht und eingetrichtert haben. Natürlich ebenso ein großes Dankeschön an Lars und Sanda, die uns als Tontechniker mir Rat und Tat und technischer Unterstützung zur Seite standen.

Vielen Dank Euch allen für alles, was ich von Euch lernen durfte!!

Doch schon bisschen sentimental – jetzt wo alles zu Ende geht und damit der Abschied naht …Hab Euch einfach alle ins Herz geschlossen!

Eidesstattliche Erklärung

Hiermit versichere ich, Uta Fehlinger, dass ich die Projektarbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

Uta Fehlinger

Mannheim 18.03.2019